Lehrveranstaltungen Sommersemester 2026
Prof. Dr. Melanie Arndt, Dr. Anna-Katharina Wöbse
Forschungskolloquium der Professur für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte
Kommentar
Das Forschungskolloquium setzt sich mit aktuellen Fragen und Trends der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte anhand aktueller Forschungsprojekte auseinander. In diesem Semester wird es neben sechs öffentlichen und hybrid organisierten Veranstaltungen einen eintägigen Workshop für Bachelor- und Masterstudierende sowie Promovierende zur Diskussion und Präsentation ihrer jeweiligen Projekte geben. Ort und Zeitpunkt des Workshops wird zu Beginn des Semesters bekanntgegeben.
Wir freuen uns über engagierte und forschungsinteressierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen!
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme
- Vorstellung einer Abschlussarbeit, Dauer: ca. 30–45 Minuten
Veranstaltungsart: Kolloquium
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Termin, Ort: Do 18 - 20 Uhr (c.t.); 23.04.2026 - 23.07.26, Kollegiengebäude IV/HS 4429
Dr. Anna-Katharina Wöbse
Umwelt und Krieg im 20. Jahrhundert
Kommentar
Bombardierte Atomkraftwerke, gesprengte Staumauern, verbrannte Erde – die Umwelt war immer schon wesentlicher Faktor und umkämpfter Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzung. Bis heute wird sie in Mitleidenschaft gezogen und gezielt als Teil der Kriegsführung genutzt. Auch im ‚Hinterland‘ wurden Natur und Landschaften in Vorbereitung oder in Folge von Kriegen geplant für militärische Zwecke umgestaltet oder durch Zwangsarbeit verändert. In diesem Seminar untersuchen wir einzelne Kriegsereignisse des 20. und frühen 21. Jahrhunderts unter umwelthistorischen Aspekten. In einem Zoom-Gespräch können wir mit ukrainischen Umwelthistoriker:innen über ihre Perspektiven auf das Themenfeld sprechen. Eine Tagesexkursion führt uns an einen Ort massiver militärischer und kriegsbedingter Eingriffe in die Natur im Rahmen des Zweiten Weltkrieges (Westwall/Isteiner Klotz).
Zu erbringende Prüfungsleistung
- Das Abgabedatum für die Hausarbeit (20–25 Seiten) ist der 01. September 2026.
- Mündliche Prüfungen (20 Minuten) nach individueller Absprache, i.d.R. zwischen dem 24. Juli und dem 30. September 2026.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 15 Minuten
- Essay, Umfang: ca. 2 Seiten
- Rezension, Umfang: ca. 1,5 Seiten
- Fotodokumentation, Umfang: ca. 3 Seiten
- Leistungen für einen Exkursionspunkt: 2–3-seitiger Bericht über die Exkursion mit Bilddokumentation.
Literatur
- Pierre Charbonnier: Vers l’Ecologie de guerre: Une histoire environnementale de la paix, Paris 2024.
- Joseph Hupy: “The Environmental Footprint of War.” Environment and History 14, Nr. 3 (Aug., 2008): S. 405–21.
- John R. McNeill; Corinna Unger (Hrsg.): Environmental Histories of the Cold War, Cambridge et al., 2010.
- Richard Tucker, Tait Keller; John R. McNeill, Martin Schmidt (Hrsg.): Environmental Histories of the First World War, Cambridge 2018.
- Richard Tucker, John Mc Neill: War and the Environment, in: John R. McNeill, Erin Stewart Mauldin (Hrsg.): A Companion to Global Environmental History, 2. Aufl., Hoboken 2025, S. 314-330.
Veranstaltungsart: Seminar
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Do 14 - 16 Uhr (c.t.); 23.04.2026 - 23.07.26, Kollegiengebäude I/HS 1142
Dr. Anna-Katharina Wöbse
(Visuelle) Umweltgeschichte
Kommentar
Das Proseminar widmet sich der historischen Teildisziplin der Umweltgeschichte, in deren Mittelpunkt das Mensch-Natur-Verhältnis im Wandel der Zeit steht. Von aktuellen Problemfeldern ausgehend beschäftigt sich das Proseminar mit der historischen Dimension der menschlichen Umwelt-Nutzung und gleichzeitig mit der Natur als potentieller Akteurin. Welche Konflikte entstanden in der Zeit der Industrialisierung und welche langfristigen Konsequenzen hatte die Durchsetzung von fossiler Energie? Wie hat sich die Kontrolle von Wasser in Gestalt von Deichbau und Kanalisierungen ausgewirkt? Warum entstanden Nationalparks und Weltnaturerbestätten? Wann wurde zum ersten Mal über Nachhaltigkeit oder Erderwärmung gesprochen? Wie hat sich die Wahrnehmung der Mensch-Natur-Beziehungen verändert?
Das Proseminar setzt sich zudem mit den neusten Forschungsfragen und Anwendungsfelder der Umweltgeschichte auseinander und behandelt auch deren Theorie und Methodik. Im Tutorat werden nicht nur die methodischen Grundlagen des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens erlernt, sondern auch der Umgang mit Quellen ganz praktisch in den Beständen verschiedener Archive erprobt. Hier liegt neben den schriftlichen Quellen ein besonderer Schwerpunkt auf visuellen Beständen und deren Besonderheiten. Wie hat sich die Bildsprache der Mensch-Natur-Verhältnisse entwickelt und welchen Mehrwert birgt das Studium bildlicher Quellen? Das werden wir mit Konzepten der Visual History näher beleuchten.
Zu erbringende Prüfungsleistung
- Das Abgabedatum für die Hausarbeit (12–15 Seiten) ist der 1. September 2026.
- Mündliche Prüfungen (20 Minuten) nach individueller Absprache, i.d.R. zwischen 24. Juli und dem 30. September 2026.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Klausur, Dauer: ca. 30 Minuten
- Für Studierende im 3. Fachsemester: Teilnahme an einem Orientierungsgespräch, Umfang: ca. 20 Minuten
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 10 Minuten
- Essay, Umfang: ca. 3 Seiten
- Rezension, Umfang: ca. 1,5 Seiten
- Fotodokumentation, Umfang: ca. 3–4 Seiten
Literatur
Literatur Umweltgeschichte:
- Melanie Arndt, Umweltgeschichte, Version: 3.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 10.11.2015, URL: http://docupedia.de/zg/Arndt_umweltgeschichte_v3_de_201.
- Patrick Kupper, Umweltgeschichte. UTB, Göttingen 2021.
- Gerhard Paul, Visual History, Version: 3.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 13.03.2014: http://docupedia.de/zg/paul_visual_history_v3_de_2014.
Literaturhinweise zum Tutorat
- Budde, Gunilla, Dagmar Freist und Hilke Günther-Arndt (Hg.): Geschichte. Studium-Wissenschaft – Beruf. Akademieverlag, Berlin 2008.
- Jordan, Stefan: Einführung in das Geschichtsstudium. Reclams Universal-Bibliothek. Überarbeitete und erweiterte Ausgabe. Reclam, Stuttgart, 2019.
- Oehlmann, Doina: Erfolgreich recherchieren – Geschichte. DeGruyter, Berlin/Boston 2012.
- Tutoratsreader Neueste Geschichte. Begleitmaterial für das Studium der Neuesten Geschichte (19.-21. Jh.) am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, zusammengestellt von Heinrich Schwendemann und Theresa Ehret, Freiburg 2020.
Veranstaltungsart: Seminar
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Mi 14 - 17 Uhr (c.t.); 22.04.2026 - 22.07.26, Kollegiengebäude IV/Übungsraum 2
Dr. Peter Itzen
Land, Macht, Erinnerung. Sozial-, Wirtschafts- und Herrschaftsgeschichte der ostelbischen Gutsherrschaft
Kommentar
Erzkonservative Macht- und Herrschaftsstrukturen, die Mühsal ländlicher Arbeit und dörflichen Lebens, der beeindruckende Anblick weiter Landschaften, adlige Unterstützung des Nationalsozialismus und späterer Widerstand: mit der ostelbischen Gutsherrschaft verbinden sich unterschiedliche Bilder und Klischees, die oft politisch hochaufgeladen waren und sind. Fest steht immerhin, dass die Wirtschafts-, Sozial- und Herrschaftsgeschichte der Gutsherrschaft die deutsche Geschichte wesentlich geprägt haben. Schon Ende des 19. Jahrhunderts hat Max Weber auf den bedeutenden Einfluss der Junker auf die deutsche Politik hingewiesen, und nicht wenige Historiker haben viele Jahrzehnte später die Erfolgsgeschichte der frühen Bundesrepublik gerade damit begründet, dass der ostelbische Sozialraum und seine konservativen Lebensstrukturen nicht Teil des demokratischen Deutschlands waren. Diese Analyse der Vergangenheit der Gutsherrschaft und Ostelbiens ist zuletzt in der öffentlichen Darstellung zum Teil etwas zurückgewichen gegenüber einer nostalgischen Suche nach einer Zeit vermeintlich größerer Ruhe und Naturverbundenheit, die sich in der Gutsherrschaft gefunden habe. In der Veranstaltung wollen wir uns nicht nur dieser Dimension von Erinnerung, Gedächtnis und politisch-kultureller Bearbeitung der Gutsherrschaft widmen, sondern zudem die sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Grundlagen der Gutsherrschaft sowie ihren historischen Wandel diskutieren. Dazu gehören unter anderem ihre Genese und Einbindung in die vor- und frühmoderne Gesellschaft Mittel- und Osteuropas, ihre Alltagsstrukturen, Reformversuche am Beginn des 19. Jahrhunderts sowie ihre ökonomische Krise seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Ferner wollen wir die Spezifik der ostelbischen Herrschaftsform abgrenzen gegen die davon unterschiedene deichsolidarische Sozialstruktur Nordwestdeutschlands.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Klausur, Dauer: ca. 90 Minuten
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 10 Minuten
- Mündliche Ergebnissicherung, Dauer: ca. 10 Minuten
Veranstaltungsart: Übung
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Fr 10 - 12 Uhr (c.t.); 24.04.2026 - 24.07.26, Kollegiengebäude I/HS 1234
PD Dr. Martin Bemmann
Alter Wein in neuen Schläuchen? Der Völkerbund, Imperialismus und Dekolonisation
Kommentar
Nach dem Ersten Weltkrieg, so ist häufig zu lesen, erreichten die Imperien der europäischen Kolonialmächte ihre größte Ausdehnung. Gleichzeitig erhielten anti-koloniale Bewegungen in den so beherrschten Regionen und in den europäischen ‚Metropolen‘ eine präzedenzlose organisatorische Form und eine politische Relevanz, die den Beginn der letzten Dekolonisation-Welle einleitete, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt erlebte. Das Seminar fragt nach der widersprüchlichen, vielschichtigen und wirkungsvollen Rolle des Völkerbunds in dieser Entwicklung. Einerseits wurde diese neuartige Organisation von der britischen und französischen Regierung dominiert und galt daher vielerorts nicht zu Unrecht als Instrument zur Stabilisierung des Imperialismus. Andererseits entstand infolge der Pariser Friedenskonferenz unter dem Dach des Völkerbunds das neuartige Mandatssystem, das vormalige Kolonialgebiete unter internationale Aufsicht stellte und das Ziel hatte, diese auf eine spätere Unabhängigkeit vorzubereiten. Außerdem entwickelte der Völkerbund Konzepte, Instrumente und Handlungsweisen, die den Beginn internationaler Entwicklungszusammenarbeit markieren und die Verwaltungspraxis in politisch abhängigen Territorien zunehmend beeinflussten.
Das Seminar hat einerseits das Ziel, die Geschichte von internationalen Organisationen, von Kolonialisierung und Dekolonisation sowie von globalen Interdependenzen wirtschaftlicher und politischer Natur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert näher zu beleuchten. Zum anderen werden mit der gründlichen Lektüre, Präsentation und Diskussion von neuerer Forschungsliteratur und Quellen grundlegende Arbeitstechniken des Historikers geübt und vertieft. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.
Zu erbringende Prüfungsleistung
- Das Abgabedatum für die Hausarbeit (20–25 Seiten) ist der 30. August 2026.
- Mündliche Prüfungen (20 Minuten) nach individueller Absprache, i. d. R. zwischen dem 27. Juli und dem 16. Oktober 2026.
Zu erbringende Studienleistung
- Regelmäßige Teilnahme (max. 2 Fehlzeiten)
- Referat/mündliche Präsentation, Dauer: ca. 10 Minuten
- Thesenpapier, Umfang: ca. 1 Seite
- Essay, Umfang: ca. 5 Seiten
- Rezension, Umfang: ca. 2 Seiten
- Recherche und mündliche Präsentation einer Quelle, Dauer: ca. 10 Minuten
Literatur
- Ruth Henig: The League of Nations, London 2010.
- Jan C. Jansen / Jürgen Osterhammel: Dekolonisation. Das Ende der Imperien, München 2013.
- Erez Manela: The Wilsonian Moment. Self-Determination and the International Origins of Anticolonial Nationalism, Oxford 2007.
- Jürgen Osterhammel / Niels P. Petersson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen, München4 2007.
- Susan Pedersen: The Guardians. The League of Nations and the Crisis of Empire, Oxford 2015.
Veranstaltungsart: Seminar
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Fr 8:30 – 10:00 Uhr (c.t.); 24.04.2026 - 24.07.26, Kollegiengebäude IV/HS 4429
Damiana Salm
Environmental Humanities
Veranstaltungsart: Veranstaltung
Veranstalter: Historisches Seminar
Termin, Ort: Do 12 - 13 Uhr (c.t.); 23.04.2026; 07.05.2026; 11.06.2026; 23.07.2026; Kollegiengebäude IV/HS 4429
